Drei Gitarristen erschufen vielfältige Klangwelten

Wetzlar (mf). Ein besonderes „Schmankerl“ für die Fans der Akustik-Gitarre bot das Wetzlarer „Harlekin“ am vergangenen Samstag. Mit Viktor Georg, Michael Diehl und Peter Reimer spielten drei virtuose Fingerstyle-Gitarristen an einem Abend. Alle drei Gitarristen vereinte die Virtuosität, doch jeder Gitarrist setzte mit seinem eigenen Stil verschiedene Schwerpunkte. Mit 120 Zuschauern war das „Harlekin“ ausverkauft und das Publikum zeigte sich begeistert.

Das Genre des „Fingerstyles“ scheint sich wachsender Beliebtheit zu erfreuen. „Fingerstyle“ wird häufig synonym mit „Fingerpicking“ verwendet und bezeichnet eine Spieltechnik auf der Gitarre als auch verschiedener Formen instrumentaler Gitarrenmusik bei denen diese Techniken angewendet werden. Den Anfang machte Viktor Georg, dessen Stil man als lyrisch bezeichnen kann. Er spielte ausschließlich Eigenkompositionen, die ruhig und besinnlich wirkten. Mit der Konzentration auf das Wesentliche begeisterte er das Publikum.

Michael Diehl, der als Gitarrist des Jazz-Pop Duos „2inJoy“ bekannt wurde, hat einen packend, groovigen Stil, der das Publikum mitriss. Obwohl er kraftvolle, spannungsreiche Songs seines Albums „Daybreak“ spielte, war der feinsinnig, mystische Song „Catch the spirit“ wohl der Song, der die Stimmung des Abends am besten wiederspiegelte. Technisch elegant und melodisch eingängig wusste er sich in die Herzen des Publikums zu spielen. Ähnlich der Spielweise seines Idols Tommy Emmanuel benutzte er die Gitarre als perkussives Instrument.

Peter Reimer präsentierte sich als moderner Gitarren-Multistyler. Virtuos zeigte der klassisch ausgebildete Konzertgitarrist Fingerstyle-Techniken wie Slide, „Lapsteel“ und „Lap-Tapping“. Auch er nutzte seine Gitarre als Percussion-Instrument und mit einem „Looper“ (technisches Gerät um Songelemente oder Geräusche in Endlosschleifen aufzunehmen) erschuf er traumhafte Klangwelten für seine Zuhörer, über die er improvisierte.

Es waren auf das Wesentliche reduzierte Melodien und einfache musikalische Motive, aus denen er seine Songs entwickelte. Zu hören waren vielschichtige Anklänge aus Blues, Folk, Country. Sicherlich ist Peter Reimer einer der vielseitigsten Fingerstyle-Gitarristen überhaupt.

Die Acoustic-Night zeigte, dass es durchaus ein großes Publikum für diese anspruchsvolle und sehr sinnliche Musik gibt.

Was Gutes für die Seele“
Michael Diehl nimmt sein erstes Solo-Album auf

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Wetzlar (mf). Michael Diehl ist hauptsächlich als Gitarrist des Jazz/Soul-Pop Duos „2in Joy“ bekannt. In der heimischen Musikszene ist er auch als Gitarrenlehrer an zwei Musikschulen bekannt. Was ihn besonders auszeichnet ist seine filigrane Gitarrentechnik, die stark vom Genre des „Fingerstyles“ geprägt ist. Momentan nimmt er in einem Giessener Musikstudio seine erste akustische Solo-CD auf, die im September erscheinen wird.

„Daybreak wird mein erstes Album heißen, erklärte Michael zwischen den Aufnahmen im Giessener „Panik Studio“, für mich bedeutet es Aufbruch und Neuanfang, aber auch Erinnerungen an die Kindheit“.

Das Album werde 12 akustische Eigenkompositionen enthalten, die stark vom Fingerstyle beeinflusst sein werden. Als Fingerstyle wird häufig auch das Synonym „Fingerpicking“ verwandt. Es beinhaltet schlicht alles, was man mit den Fingern spielt. Die Gitarre, ähnlich wie ein Pianist das Klavier spielt. Diese Technik sorgt für einen orchestralen, komplexen Klang. Bekannte Fingerstyle-Gitarristen sind Tuck Andress und Tommy Emmanuel, die beide einen großen musikalischen Einfluss auf Michael Diehl haben. Neben seiner Arbeit mit „2inJoy“ hat Michael seinen Traum vom ersten Soloalbum entwickelt und nun verwirklicht. Innerhalb von einem Jahr hat er die Songs komponiert. Insgesamt sei es ein Album zum Relaxen und Entspannen geworden, mit Songs, die ein positives Gefühl erzeugen. Für Michael ist Musik auch zu einem großen Teil Therapie, so sei die CD sehr emotional, aber auch was Gutes für die Seele. Die Titel der Songs „Joyful“, „ A Sunny Day“, „My Childhood“ sprechen für sich. Doch Michaels Wurzeln liegen im Blues-Rock, was in dem Song „Blue Inside“ zum Ausdruck kommt. Als Gitarrist ist er sehr vielseitig, was seine Arbeit als Musiklehrer mit sich bringt. Getrost kann man ihm das Kompliment machen, dass er zu den besten Gitarristen der mittelhessischen Region gehört.

(Markus Fritsch, Wetzlarer Neue Zeitung)