Wetzlar (mf). Mit Michael Diehl und dem New Yorker-Gitarristen Adam Rafferty spielten zwei Spezialisten des Genres „Fingerstyle“ am Freitagabend im Wetzlarer „Harlekin“. „Fingerstyle“ ist ungefähr die „Formel 1“ für Gitarristen und beinhaltet eine besondere Form des Fingerpickings auf der Akustik-Gitarre. Adam Rafferty ist ein führender Gitarrist des „Fingerstyles“ und Michael Diehl auf dem Weg an die Spitze. Am Freitagabend begeisterten sie das Publikum funkigen „Fingerstyle“ und groovigen Bassläufen, einfacher ausgedrückt: das Publikum hatte eine Menge Spaß am Zuhören!
Adam Rafferty ist ein lockerer, sympathischer Mensch, der sich auch auf der Bühne so präsentiert. Wo andere Gitarristen sich „die Finger brechen“ oder verzweifeln würden, huscht er mit einem sensationellen Gefühl in der Hand hinweg. Wenn also „Fingerstyle“ die „Formel 1“ der Gitarristen ist, dann ist Adam Rafferty ungefähr Sebastian Vettel und sein australischer Kompagnon Tommy Emmanuel der Fingerstyle-Gitarrist schlechthin.

Am Besten man schaut sich die Videos auf „YouTube“ an, um einen Eindruck zu bekommen. Am Freitagabend begeisterte Adam Rafferty hautsächlich durch sein Gefühl für Rhythmus und Sinnlichkeit. Ob als „Human Beat Box“ oder mit funkigen Elementen spielte er bekannte Songs von Stevie Wonder – „Superstition“, den Beatles – „Get back“ und „She`s leaving Home“ und „ABBA“. Der Stil von Rafferty zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht komplex oder schwierig erscheint, sondern leicht, mit einem tollen Gespür für den Beat. Es machte dem Publikum einfach eine Menge Spaß zuzuhören.
Michael Diehl spielte als Support für Rafferty, aber er stand dem New Yorker in nichts nach. Ausgestattet mit einer neuen Gitarre, wusste er das Publikum ebenso zu begeistern. Sein Stil ist etwas tiefer und kraftvoll. Hauptsächlich spielte er Songs von seinem Album „Daybreak“, aber auch neue Eigenkompositionen. Für Michael Diehl war der Auftritt ein „Heimspiel“ und für das Publikum war der Abend ein akustischer Genuss. Beide Gitarristen zeigten einfach ein Menge Spaß am Spiel.

Markus Fritsch