Ich freue mich über einen Bericht von Stefan Woldach für die “New Scene” in der Fachzeitschrift “Akustik-Gitarre” 02/14:

Scaled Image

Von 6 bis 65
Michael Diehl

Aufmerksamen Beobachtern der Akustikgitarrenszene dürfte Michael Diehl durch sein Duo 2inJoy ein Begriff sein. Seit 2005 ist er an der Seite von Vokalistin Florezelle Amend unterwegs und spielt “feine Auftritte vor einem sehr intensiven und dankbaren Publikum”, bis ins Ausland, etwa für die Deutsche Botschaft auf Malta.

Jetzt stellt der gebürtige Marburger sein erstes Soloalbum “Daybreak” vor, präsentiert mit feinsinnigen Fingerstyle-Instrumentals sein Gitarrenspiel und zeigt sich dabei technisch versiert und melodisch elegant, ein Musiker mit gehörigem Groove und perkussiven Spielweisen, Slap-Passagen und groovenden Pickings. Man spürt sofort, dass der 39-Jährige eine vielseitige Ausbildung genossen hat.

Als Kind hatte er mit einer 3/4-Klassikgitarre begonnen, später kam ein Studium an der FMS in Aschaffenburg und der London Music School. “Eine schöne Zeit” erinnert sich Diehl. “Ich habe vieles aus denBereichen Rhythmik, Gehörbildung, Griffbrettgeometrik, Harmonielehre, Improvisation und Songwriting aufgenommen, von dem ich noch heute profitiere” Es folgen Privatunterricht und Workshops, etwa mit Peter Autschbach und Michael Sagmeister an der Future Music School in Aschaffenburg. ” Ich bin offen für jede Art der Weiterbildung und nehme gerne an Workshops teil”, erklärt Diehl, so wie er es heute auch seinen eigenen Schülern nahelegt. Denn Diehl unterrichtet Gitarre an der “Musikzentrale” in Wetzlar und dem “Powwow Music House” in Löhnberg. Ich lege großen Wert aufe einen guten und intensiven Individualunterricht. Es ist mir wichtig, dass der Unterricht Spaß und Freude bereitet, aber auch dass Grundlagen und Inhalte richtig vermittelt werden. Mir macht das unterrichten wirklich Spaß. Ich habe Schüler von 6 bis 65 Jahren und bekomme unglaublich viel positive Energie zurück, von allen.”

Diehl, der in seinem Bereich Kollegen wie Adam Rafferty, Andy McKee, Antoine Dufour, Jaques Stotzem schätzt, kommt wie so viele letztlich an einem Sonderlob für Tommy Emmanuel nicht vorbei. “Sein Groove, sein Geschwindigkeit, die saubere Technik, das Feeling, auch die harmonischen Arrangement von Songs wie `Angelina´ oder  `Since We Met´ haben mich restlos begeistert. Ich mag wohl eher einfache harmonische und eingängige Melodien. Das war mir bei meinem Songs ebenso wichtig.”

Die hat er übrigens auf einer Launhardt Philadelphia (Haselfichtendecke/Mahaogani) mit einem AER AK-15 Pickup In Gießener Panik Studio aufgenommen. Bei 2injoy spielt er eine Launhardt FS 2 Archtop (Ahorn/Fichte) und seit neuestem eine “Tessa” Steelstring (Zeder/Mahagoni) des Weilburger Gitarrenbauers Joszi Lak. Seine Inspirationen beziehe er auch aus alltäglichen Situationen, wie er eklärt: “So heisst mein neuester Song`Groovin´For Breakfast`, denn ich liebe es, wenn die Wohnung nach Kaffee riecht und ich einen gedeckten Frühstückstisch vorfinde. Das Gefühl möchte ich dann auch mit meiner Gitarre teilen.” Und das Ergebnis jetzt mit den Fans. “Mit ´Daybreak´ist Michael Diehl ein hervorragender Solostart gelungen. Fortsetzung folgt: “Jetzt werde ich weiter daran arbeiten, neue Songs zu schreiben und möglichst viel Live spielen.”

(Stefan Woldach)