2022-03-16_Weilburger-Tageblatt_Seite_11    

Konzert in der „Scheune mit dem blauen Dach“ Elkerhausen- Pressebericht Weilburger Tageblatt von Agathe Markiewicz!

 

Beitragsbild:  Agathe Markiewicz

Gießen (kdw). Nach längerer Unterbrechung fand eine neue Folge der Reihe »Stories. Wein. Musik« statt. Christoph Jilo hatte wieder eine Handvoll sehr attraktiver Geschichten ausgesucht. Als Vorleser im »Who Killed The Pig« agierte der famose Darmstädter Schauspieler Daniel Scholz, für musikalische Ergänzung sorgte der Marburger Gitarrist Michael Diehl.

Seit Februar 2020 war das die erste neue Folge, die stattfinden konnte. »Es kommt einem wie ein kleines Geschenk vor«, sagte Jilo. Zur Einstimmung spielte Fingerstyle-Gitarrist Michael Diehl gut gelaunt (»Ich genieße jede einzelne Note«) und wie immer energiegeladen sich selbst und das Publikum schon mal warm, bevor es heiter losging mit der Geschichte, die die Überschrift des Abends trug: Sakis »Eine ausgesprochen unpassende Geschichte für Kinder« aus dem »Geschichtenerzähler«. Die erzählt ein Junggeselle quengeligen Kindern auf einer Eisenbahnfahrt, nachdem ihre Tante mit ihrer Geschichte gescheitert war. Die Kleinen sind gerade in einer lästigen »Warum?«-Phase und hören erst zu, als der Fremde ihnen eine etwas andere Kost – und geschicktere Antworten – liefert. Der Autor amüsiert sich und die Leser über sprachliche und menschliche Unzulänglichkeiten der Figuren, bis er schließlich damit endet, dass »das brave Mädchen« vom Wolf gefressen wird. Die Kids schweigen, die Tante ist indigniert.

 

Schauspieler Daniel Scholz ist hochmotiviert, als er die Geschichte angeht, und sein Sinn für Humor lässt nicht zu wünschen übrig. Zudem bringt er sämtliche sprachlichen Nuancen zur Geltung.

Fingerstyler Diehl hatte mit einem mächtigen Bluesdröhn eingeleitet, den Druck mit perfekt passenden perkussiven Elementen unterstützt und lieferte mit glasklarem Sound ein differenziertes Spiel. Im nächsten Set agierte er feinfühlig und zurückgenommen – wirklich angenehm.

Raymond Carvers »Warum tanzt ihr nicht?« entfaltet ein wunderbar absurdes Szenario, in dem ein Mann seinen Hausrat in der Hofeinfahrt zum Verkauf anbietet, mit komplett angeschlossenen Geräten allerdings. Ein Pärchen interessiert sich, feilscht ein wenig, und fühlt sich plötzlich wie zu Hause: »Küss mich«, sagt sie zu ihm, aber er mag nicht. Zu diesem Zeitpunkt hat sich Stille über das Publikum gesenkt. Schließlich sitzt man am Küchentisch, draußen in der Einfahrt, und der Besitzer fragt: »Warum tanzt ihr nicht?«, und es kommt einem ganz natürlich vor, wie sie dann die Einfahrt rauf und runter schweben.

 

Der sehr angenehme Abend umfasste noch mehr Musik, noch ein paar Stories und bot dabei eine umfassend gute Atmosphäre; ein Geschenk, ganz richtig.

Beitrag und Beitragsbild: Heiner Schultz

Wettenberg (usw). Der Kunst- und Kulturkreis (KuKuK) lebt und gedeiht prächtig, jetzt, wo wieder Veranstaltungen in bescheidenem Umfang möglich sind. Am Sonntag lief ein Doppelkonzert mit gleich zwei renommierten Musikern der Region: Bassist und Gitarrist Peter Herrmann und der Marburger Gitarrist Michael Diehl traten gemeinsam auf. Motto: »Time for Strings«.

Und es wurde eine gute Zeit.

 

Bei schönstem Sommerwetter hatte man die Geräte im Hof im Schatten des Gebäudes aufgebaut, die Zuhörer saßen locker mit Abstand auf dem Hof, man spürte eine sehr entspannte Atmosphäre. Herrmann und Diehl kennen sich schon länger, zuletzt hatte man sie in Gießen in Dietrich Fabers »Corona-Kultur-Show« auf der Bühne gesehen.

Riesenspaß und Riesenbeifall

Bassist Herrmann begann, plauderte gemütlich mit dem Publikum und legte dann mit einigen Improvisationen los. Zu Beginn erinnerte er an »Chattanooga Choochoo«, später an »Mrs. Robinson«, und die Darbietung auf einem fünfsaitigen Bass sorgte für sehr gitarrenähnliche Klänge und Wendungen. Der vielseitige Herrmann spielt auch versiert Gitarre, konnte man dabei hören.

»Unfassbar viel Spaß« habe ihm die Verfilmung eines Videos über die nicht vor Publikum gezeigte Ausstellung »Fünf« des KuKuK gemacht, den Michael Ackermann und Harald Kessler-Rautenhaus gedreht hatten. Richtig apart wurde es bei Jim Croces »Time in a bottle«, einem poetisch nachdenklichen, von ihm nun ganz im Gitarrenduktus verfassten Titel. Das klang an der frischen Luft wunderbar klar und ohne jede Resonanz oder Dröhnen.

Als Nächster betrat der Marburger Michael Diehl die Bühne. Er ist in dieser Region seit seinem Auftritt auf dem Gleibergfestival im letzten Jahr bekannt. Er pflegt zumeist einen sehr perkussiven Stil, bei dem er diverse Geräte zwecks Background und Ergänzung einsetzt und damit, wenn nötig, einen vollen, druckstarken Sound erzielt.

Diehl spielt prinzipiell Blues, ist aber zu jeder Schandtat oder vielmehr Abwechslung bereit und vor allem fähig. Beim Opener »Blue Inside« stellte er seine effiziente perkussive Spielweise gleich vor und setzte dabei diverse Effekte ein. In den solistischen Momenten präsentierte er einige Rock-Elemente und überzeugte mit einem bildschönen Groove. Der nahm das Publikum komplett mit und zeig- te, dass nun die Zeit des Wohlfühlens richtig angefangen hatte.

Diehl, der durch seine an Stevie Wonder erinnernde Mimik irritieren kann, erwies sich als vielseitiger, abwechslungsreicher und transparent musizierender Musiker, der nichts zuschrammelt; kräftiger Beifall.

Seine Ideen und Themen nimmt er aus dem Alltag, etwa für die schöne, nachdenkliche Ballade »Too much water« über Flüchtlinge in einem Boot auf hoher See. Eine professionell arrangierte und realisierte Ballade, nachdenklich, zurückgenommen, narrativ. Top: Thema und Begleitung wurden glasklar umgesetzt, exzellente Dramaturgie.

Ein Glanzlicht war »Grooving for breakfast«, in dem Diehl seine Assoziationen von Kaffeeduft beim Aufstehen umsetzte. Hochwirksam, kann man sagen, man spürte förmlich die mobilisierende Wirkung, hauptsächlich in den Beinen. Michael Diehl gehört zu den Musikern, die inhaltlich etwas zu sagen haben. Und er hat einen Riesenspaß dabei. Riesenbeifall. Mit »Catch the spirit« zeigte Diehl erneut seine Entertainerqualitäten, nicht ganz so ansprechend fiel »Breakup« aus: etwas zu eintönig, etwas zu lang.

Gemeinsam bereiteten Herrmann und Diehl dann mit einen Titel übers Nichtstun im Lockdown den Zuhörern ein erhebliches Vergnügen, »Crazy lazy«: ein sanftes Gleiten, etwas melancholisch, exzellentes Zusammenspiel, ein guter Stimmungswechsel. Insgesamt ein wirklich hörenswertes Konzert. FOTO: USW

Beitragsbild: USW/Gießner Allgemeine

Schon mit dem ersten, dem Sommer gewidmeten Stück wurde auf dem Hungener Schlosshof klar: Michael Diehl‘s Gitarre schien ein ganzes Orchester zu ersetzen.

Von Rose-Rita Schäfer
HUNGEN – HUNGEN.
Nachdem der nachmittägliche Starkregen einem angenehm lauen Sommerabend gewichen war, erwartete die Besucher im romantischen Ambiente des Hungener Schlosshofs beim Konzert des Fingerstyle-Gitarristen Michael Diehl ein virtuoses, von Jazz und Soul angehauchtes Klangerlebnis der Extraklasse. Nur die Scharen bluthungriger Mücken schmälerten den Genuss etwas. Zu hören gab es im ersten Teil des Konzerts ausschließlich Eigenkompositionen des Ausnahmekünstlers, denen er zum besseren Einfühlen die jeweilige Entstehungsgeschichte voranstellte. Die unvermeidliche Kappe, die Gitarre und die Grimassen sind seine Markenzeichen, da musste er das Publikum erst mal beruhigen: „Ich habe keine Schmerzen, meine Grimassen stehen für pure Emotionen“.
Schon mit dem ersten, dem Sommer gewidmeten Stück wurde klar, das ist kein alltägliches Gitarrenspiel. Diehl’s Gitarre schien ein ganzes Orchester zu ersetzen. Mit seinem Fingerstyle meisterte er eine komplette Begleitung mit Bassgrooves, Akkorden und perkussiven Elementen (rhythmischen Schlagzeug-Geräuschen). Mit acht Jahren erlernte er das Gitarrenspiel und entdeckte bei seinen Idolen, dass Grimassen wohl wichtiger als Töne sind, eine Einstellung, der er bis heute treu blieb. Davon zeugte sein Grimassensong „Blue inside“, den er mit kernigem Anschlag, rhythmisch untermalt durch Klopfen, Streichen und Schlagen auf den hölzernen Gitarren-Korpus perfekt intonierte und in Szene setzte. Ruhiger wurde es mit „Too much water“, das die lebensgefährliche Flucht der kriegsgebeutelten Menschen übers Mittelmeer im durch Schlepperbanden überfüllten Boot vertont. Zuerst hörte man sanft die Wellen das Boot umspülen, bis ein aufkommender Sturm in stimmgewaltigem Crescendo mit brachialer Wucht aufbrausend und tosend Angst und Verzweiflung widerspiegelte.
Diehl lässt sich bei seinen Kompositionen von Alltagsbegebenheiten wie Düften, Trauer oder Trennung inspirieren. So stieg den Besuchern bei „Grooving for Breakfast“ musikalisch der Duft frisch gebrühten Kaffees in die Nase und Diehl zeigte sich erfreut, als einer der Schlossbewohner tatsächlich eine Tasse Kaffee für ihn vorbei brachte. Beschwingt, melodiös, aber mit gewissem Groove und der unvermeidlichen Percussion kam „Catch the esprit“ daher, bevor die getragene träumerische Ballade „We’ll meet again“ die Sehnsucht, nahe stehende verstorbene Menschen wiederzusehen, gekonnt einfing. Man fühlte sich vom Sound her an Gabaliers „Amoi seg‘ ma uns wieder“ erinnert. Aber dann musste die arme Gitarre bei dem Trennungsdrama „Break up“ einiges aushalten. Um den Trennungsschmerz hautnah spürbar zu machen, schlug Diehl ziemlich kräftig auf den Korpus ein und hielt mit lautstarkem gehetztem Spiel das Publikum in Spannung. Einige befürchteten schon, die Gitarre würde zu Bruch gehen. Ja, eine Gitarre hätte er bei dem Song schon im Taumel der Emotionen zerschlagen, aber das sei heute eine neue, mit extra dicker Holzdecke gebaute Gitarre. „Da passiert nichts mehr“, gab Diehl dann lächelnd zu, bevor es in die Pause ging.
Stimmgewaltige Sängerin
Zum zweiten Teil des Konzerts kam die stimmgewaltige Sängerin und Diehls Lebensgefährtin Florezelle Amend als Überraschungsgast hinzu. Seit 2005 verzaubern die Beiden als Duo „2inJoy“ das Publikum und sind 2017 sogar bei der Produktion „A Soul Journey“ in der Deutschen Oper Berlin mit der dortigen Big Band aufgetreten. Das Duo hat sich jazz-souligen Interpretationen bekannter Pop-Songs verschrieben, aber auch Eigenkompositionen finden sich im Programm. Los ging es mit den bekannten Songs „Caravan of Love“ (Isley Jasper Isley) und „Summertime“ (aus Porgy und Bess von George Gershwin) in außergewöhnlichen Arrangements. Diehl erweiterte die Harmonien auf seiner Gitarre und erzeugte so gepaart mit der ihm eigenen Percussion einen ganz neuen, eigenen und unglaublich jazzigen Sound, während Amend mit tiefer, markanter Stimme ungemein soulig, aber teils in abgehackten, nicht verbundenen Tönen den Songs ihren eigenen Touch verpasste. Da blieb vom altbekannten Wiegenlied „Summertime“ nicht mehr viel übrig. „Love is the key“ (The Charlatans ) erinnerte an die afrikanisch geprägten Sklavengesänge, gepaart mit jazzigem Groove und war dem Publikum ein begeistertes Mitklatschen wert. „Sweet dreams“ von den Eurythmics und „Love of my Life“ von Queen dagegen kamen auffallend zart, träumerisch und einfühlsam daher. Das bekannte „True color“ (Cyndi Lauper) am Ende des Konzerts wirkte sehr verfremdet, bestach aber durch seine romantische und verträumte Interpretation. Natürlich kam das Duo bei anhaltendem Applaus nicht um eine Zugabe herum.
Hier zogen das Duo mit „Here I go again“ und Diehl alleine mit seiner Gitarre und einer weiteren Eigenkomposition zum Abschluss das Publikum noch einmal voll in ihren Bann.
Beitragsbild: Rose-Rita Schäfer

Lich(jou). Ein versierter Gitarrist hat mit groovigen Darbietungen am Freitag im Biergarten der Kinokeipe für ein begeistertes Publikum gesorgt. Michael Diehl spielte überwiegend Eigenkompositionen und bereicherte das Programm durch einige fantasievolle Arrangements, von denen besonders die Queen-Nummern haften blieben.

Bei seiner Technik, dem Fingerstyle, setzt Diehl die Gitarre klanglich voller und orchestraler ein als bei der klassischen Spielweise. Beeinflusst wurde er unter anderem von dem aus New York stammenden Gitarristen Adam Rafferty, dem er den Song „Mr. Adam“ widmete. Wie Diehl hier den Akzenten animierende Schärfe verlieh, hatte es in sich.
Charakteristisch sind zudem perkussive Elemente, die bereits beim virtuosen Auftaktstück „Blue inside“ aus dem aktuellen Album „Take me home“ rhythmisch perfekt zur Geltung kamen. Durchweg beeindruckte der kernige, blitzsaubere Anschlag des Gitarristen. Zudem vermochte er auf seinen Instrumenten die Tonstärke differenziert zu gestalten und gewann der Musik so feine Nuancen ab.

Unterhaltsam machte das Konzert aber auch die lockere Moderation: Diehl skizzierte die Geschichten um seine Kompositionen. Mal dienten ihm Alltagsbegebenheiten als Inspirationsquelle, dann Gerüche, so beim munteren Titelsong „Groovin’ for breakfast“ seines zweiten Albums, bei dem er „Kaffeduft hörbar machen möchte“.

In der Experimentierfreude mit Effektgeräten spiegelten sich Diehls künstlerische Wurzeln auf der E-Gitarre. Feines Gespür für faszinierende klangliche Wirkungen bewies er etwa in „Catch the spirit“ .

Ebenso gut wie das Ryhthmusbetonte lagen Diehl ruhigere Stücke wie die Ballade „We’ll meet again“ über die Sehnsucht, nahestehende Menschen wiederzusehen.

Insgesamt merkte man dem Gitarristen, der 2005 das Souljazzduo „2inJoy“ gründete, rege Konzertpraxis an. Instinktsicher traf er diverse Stimmungslagen. In „Restless“ etwa erzeugte die drängende Bewegung aufwühlend nervösen Charakter. Im Titelsong „Take me home“ paarte sich wieder akkurate Spieltechnik mit musikalischem Feinsinn.

Das Perkussive kam am stärksten zum Tragen in „Breakup“ – wie mitreißend Diehl auf die Saiten, Decke und Zargen schlug, hielt das Publikum in Atem.

Ganz locker und entspannt wirkte hingegen das Stück „Crazy lazy“ über die Befindlichkeit vieler Menschen in der Corona-Krise.

Das Vergnügen an diesem lauen Sommerabend steigerte noch der in der Region bestens bekannte E-Bassist Peter Herrmann. Gemeinsam mit ihm bot Diehl vorzüglich aufeinander abgestimmt Stevie Wonders „I wish“. Weiteres Glanzlicht: die gefühlvolle Interpretation des Queen-Songs „Bohemian Rhapsody“. Als Überraschungsgast präsentierte Diehl seine Lebensgefährtin und Duopartnerin Florezelle Amend. Unter seiner Begleitung sang sie mit kräftiger, ausdrucksvoller Stimme „Is this the world?“, eine weitere Queen-Nummer.

Beim letzten Stück, Ray Charles’ „Georgia on my mind“, riss Diehl mittendrin eine Saite, und so kam das Publikum in den Genuss, die Musik noch einmal auf seiner zweiten Gitarre zu hören. Für den herzlichen Beifall dankte er mit passender Zugabe: „A sunny day“.

Bericht: Sascha Jouinim

Beitragsbild: Sascha Jouinim

Ich freue mich sehr über die lieben Worte von Felix Müller, der ein Portrait über mich im Gießener Anzeiger veröffentlicht hat.

Vom Kopf in die Finger

(von Felix Müller / Giessner Anzeiger)

Michael Lohr hat über mich einen schönen Artikel in der „Akustik-Gitarre 3-20“ geschrieben:

Michael Diehl- Akustik Gitarre3-20

Michael Diehl spielt CD-Release-Konzert im „Town and Country“ in Braunfels

Samstagabend um 19 Uhr in Braunfels: Ein Mann betritt mit seiner Gitarre das kleine Restaurant „Town and Country“: Michael Diehl stellt seine dritte Solo-CD „Take me home“ vor.

Von Markus Fritsch
BRAUNFELS – Samstagabend um 19 Uhr in Braunfels: Ein Mann betritt mit seiner Gitarre das kleine Restaurant „Town and Country“. Das Lokal ist mit rund 40 Gästen ausverkauft. Ein Banner mit der Aufschrift „Michael Diehl – Fingerstyle“ steht direkt neben der Tür. Das Publikum begrüßt Michael Diehl wohlwollend. Die Erwartungen sind hoch, denn der Gitarrist und Sänger von „2 inJoy“ ist gekommen, um seine dritte Solo-CD „Take me home“ vorzustellen.
Es wird ein herzliches Konzert in Wohnzimmer-Atmosphäre werden und zum Schluss wird das Publikum feststellen: Die Erwartungen waren nicht zu hoch.
Die Kappe, die Gitarre und die Grimassen, das gehört wohl zum Fingerstyle dazu. Denn, wie sein Alter-Ego und Freund Adam Rafferty, trägt auch Michael Diehl eine graue Kappe, die er den ganzen Abend nicht abziehen wird. Seine Gitarre muss an diesem Abend einiges aushalten, gerade in dem Song „Break up“, ein Song über Trennungsschmerz, benutzt Michael Diehl sein Instrument als Percussion, er haut im Rhythmus ziemlich kräftig auf den Korpus und benutzt die dabei entstehenden Effekte als Begleitung für den Song.
Der aggressive Song ist aber eher die Ausnahme im Repertoire des Ausnahmegitarristen, denn Diehl komponiert positive, sonnige Songs, die auch immer ein Stück Humor transportieren. So wie sein Song über die Freundschaft zu Adam Rafferty. „Mr. Adam“ heißt das funkig-groovige Stück. Das Publikum ging mit und wippte im Takt. Ein Song, der das Können des amerikanischen Gitarristen auf den Punkt bringt.
Viele Songs handeln
von Freundschaft
Freundschaften sind ein Hauptthema an diesem Abend. Unter anderem ist Michael auch mit dem bekannten Kinderlieder-Autor Rolf Zuckowski befreundet. Für diesen hat er den Song „Dein kleines Leben“ neu arrangiert. „Your little life“ heißt der eingängige Song nun, der beim Publikum ebenfalls sehr gut ankam.
In diesem Sommer wird Michael Diehl bei einem Blues-Festival in Estland spielen. Dafür hat er mit „Praise the sunshine“ einen eigenen Blues/Gospel-Song geschrieben, der typisch für seinen Stil ist. Eingängige Melodien, die im „Call and Response“-Stil den Song beleben.
Den Höhepunkt des Konzertes gibt es zum Schluss. Zusammen mit den Gitarristen Stephan Klement und Boris Iwanschitz wurde der Song „Friendship“ gespielt. Eine Hommage an die Menschen, die Michael Diehl durch sein Leben begleiten.
Freundschaften standen im Mittelpunkt dieses „Wohnzimmer-Konzertes“ im „Town and Country“ und Freundschaften hat der in Braunfels lebende Gitarrist an diesem Abend sicherlich hinzugewonnen, sowohl musikalisch als auch menschlich.