PRESSE

Rhein-Zeitung, 27. Februar 2016

Keltische Musik und Blues begeistern das Publikum

Konzert Ausnahmegitarristen Patrick Steinbach und Michael Diehl zu Gast in Sinzig

Sinzig. Restlos begeistert war das Publikum von dem, was es bei der Acoustic Guitar Night im Gewölbe des Sinziger Zehnthofs hören durfte. Die zwei Ausnahmegitarristen Patrick Steinbach und Michael Diehl sind wahre Meister ihres Fachs und haben ihren eigenen, unverwechselbaren Stil. Beide zusammen hören zu können, war ein wahrer Genuss.

Der Halbire Steinbach hat sich der klassischen keltischen Musik verschrieben, die zu Unrecht weitgehend unbekannt ist und weit entfernt vom Mainstream der Dubliners, mit denen Patrick Steinbach groß geworden ist. Er hat sich auf die Spuren eines Harfenisten aus dem 18. Jahrhundert begeben und dabei Kompositionen von großer emotionaler Schönheit gefunden. „Tulloch O’Carrol hatte das, was man ein absolutes Gehör nennt“, erklärte der Musiker. Als dieser den Vortrag eines Schülers von Antonio Vivaldi auf seiner Geige hörte, beeindruckte ihn dies so, dass er die italienischen Einflüsse der Barockmusik mit seinen eigenen Kompositionen zu einem ganzen Konzert verband.

Wehmut schwang in dem Stück „The Both Sides of the Tweed“ mit, der die Feindschaft der Schotten und Engländer beiderseits des Grenzflusses Tweed thematisiert. Mit einem großen Gespür für die Emotionalität der Musik verneigte er sich mit seiner Interpretation von „Jesus bleibet meine Freude“ vor dessen Schöpfer Johann Sebastian Bach.

Nicht weniger filigran die Fingertechnik von Michael Diehl, der ganz andere, nicht weniger mitreißende Töne anschlug. Kaum hatte der hervorragende Fingerstyle-Künstler die Gitarre ergriffen, verbreitete er mit seinem flotten „Blue Inside“ schon gute Laune. Wenn Diehl den Blues hat, dann nimmt er jeden mit, und zwar auf die denkbar beste Weise. Schon mit dem Duo „2injoy“ war der Musiker im Gewölbe auf große Resonanz gestoßen. Als Solokünstler mit gänzlich selbst getexteten und komponierten Songs hat er nun bei seinen Zuhörern mehr als nur einen Stein im Brett. Ob es das pulsbeschleunigende Stück über die Rastlosigkeit der Menschen war oder seine Alltagserfahrung, plötzlich Besitzer von elf Kaninchen zu sein, die er musikalisch verarbeiten musste – Applaus war ihm sicher.

Veranstalterin Monika Recker-Johnson freute sich über die durchweg positive Kritik ihrer Gäste. Sie wird sicher dafür sorgen, dass es eine weitere Acoustic Night in ihrem Gewölbe geben wird.

Von Judith Schumacher